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Tag des offenen Denkmals

Jungsteinzeit und Welterbe am Schreckensee (Gemeinde Wolpertswende, Kreis Ravensburg)

Die jungsteinzeitliche Fundstelle auf der Halbinsel im Schreckensee liegt etwa auf halber Strecke zwischen den beiden „Ballungsgebieten“ der Pfahlbauten: einerseits die Seeufersiedlungen am Bodensee andererseits die Moorbauten am Federsee. Seit langem ist der Schreckensee ein Geheimtipp für Geniesser:  abseits der Tourismus-Hochburgen liegt er in idyllischer Lage inmitten des Naturschutzgebietes, nahe einem großen Bannwald.

Für Archäologen ist der Schreckensee das ebenso interessante, wie bedeutende Bindeglied zwischen dem Bodensee und dem Federsee. Aufgrund der ausgezeichneten Erhaltungsbedingungen und einer umfassenden Schichtenfolge vom Jungneolithikum bis in die Bronzezeit ist die Fundstelle seit 2011 Teil der seriellen transnationalen Welterbestätte „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“. Alle Fundstellen sind obertägig nicht sichtbar!

In diesem Jahr führt das Landesamt für Denkmalpflege im Rregierungspräsidium Stuttgart im Zuge des allgemeinen Monitorings, das heißt der regelmäßigen Überwachung der Fundstellen, Sondagen am Schreckensee durch. Dadurch kann man ausnahmsweise „in das Welterbe“ schauen. Zahlreiche Interessierte haben am Tag des offenen Denkmals die jungsteinzeitliche Fundstelle auf der Halbinsel im Schreckensee besucht. 

Der Wissensdurst der rund 250 Besucher wurde mit Informationen zum Welterbe, Führungen zur aktuellen Ausgrabung und dem Besuch des Bannwaldes mit sachkundiger Begleitung gestillt. Am Tag des offenen Denkmals haben sich das Dendrolabor aus Hemmenhofen mit der Analyse von prähistorischen Hölzern, das Büro Trommer-Archäotechnik mit Vorführungen zur Herstellung von Geräten und Werkzeugen aus Knochen, Geweih und Silex sowie das Projekt Leinanbau in Oberschwaben von Regina Lutz, Dürnau. Abgerundet wurde das Angebot durch Bogen schießen und Feuer machen für Kinder durch die Gästeführer der Blitzenreuter Seenplatte. Alle Angebote stießen auf großes Interesse bei den Besuchern.

An den nächsten beiden Donnerstagen, den 13. und 20. September 2018 besteht jeweils ab 16 Uhr die Möglichkeit, sich aktuell vor Ort über das Welterbe und die aktuelle Grabung zu informieren, bevor die Arbeiten im Gelände abgeschlossen werden.

Die Fundstelle liegt gut erreichbar direkt neben der Bundesstraße 32 gegenüber dem Bauerngarten Vorsee (47.886145/9.573872 – Parkplatz unterhalb des Bauerngartens).

Bildnachweis: ©Hubert Hagmann

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