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Monitoring 2017 in der Pfahlbaustation Unteruhldingen-Stollenwiesen

Unteruhldingen-Stollenwiesen ist eine der nominierten Fundstätten des UNESCO-Welterbes „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“. Die   bronzezeitlichen Pfahlfelder südlich der Hafenmole sind von herausragender wissenschaftlicher Bedeutung.

Neben den früh- und mittelbronzezeitlichen, zum Teil stark befestigten Uferdörfern ist vor allem die durch ein  Palisadensystem fortifikatorischen Charakters umgebene spätbronzezeitliche Anlage hervorzuheben. Sie ist der nordöstlichste Vertreter eines überwiegend in der Westschweiz vertretenen Siedlungstyps. Am  Bodensee ist die Anlage einzigartig und eine der wichtigen wenn nicht die wichtigste spätbronzezeitliche Ufersiedlung überhaupt.

In den Nuller Jahren wurden im Zentrum der spätbronzezeitlichen Anlage größere Flächen durch Kies abgedeckt, dadurch konnten die dort massiv voranschreitenden Abspülungsvorgänge gestoppt werden.

Im Zuge des systematisch betriebenen Monitorings war in den letzten Jahren im südlichen Pfahlfeld der Spätbronzezeit fortschreitende Flächenerosion zu beobachten.

Am seeseitigen Rand breiten sich seit geraumer Zeit Populationen des nordamerikanischen Kamberkrebses aus. Die dicht aneinander gesetzten flachen Baue dieser Neozoen (gebietsfremde Tierarten) destabilisieren den Seegrund und beschleunigen die Abspülungsvorgänge  im Bereich der seeseitigen Palisaden massiv. Seit dem letzten Winter hat sich hier in den anstehenden Weichsedimenten – den Seekreiden – ein Erosionskliff mit Sprunghöhe um die 10 cm ausgebildet.

Die vom LAD projektierte Tauchkampagne dient der Bergung von Pfählen der Innenbebauung im Erosionsfeld des südlichen Pfahlfeldbereiches.

Die seeseitigen Palisaden stehen im Areal der Baue der Kamberkrebse unter intensiver Beobachtung. Unter anderem ist die präzise Vermessungen des entstandenen Erosionskliffs durch RTK-GPS vorgesehen um den Fortgang der Abspülungsvorgänge messbar zu dokumentieren. Freigespülte Pfähle sollen auch hier geborgen werden.

Die mittelfristige, ca. 3jährige Zielvorgabe ist die komplette Sicherung der Pfähle in den flächenerosiven Pfahlfeldbereichen. In einem weiteren Schritt sollen der weitere Sedimentabtrag in diesen Flächen durch Kiesabdeckungen gestoppt werden. 

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