Welterbe Pfahlbauten

Bodman-Schachen/Löchle

Welterbestätte DE-BW-08, Gemeinde Bodman-Ludwigshafen, Kreis Konstanz

Die Fundstelle

Fundstelle Bodman-Schachen/Löchle.

Das genaue Datum der Entdeckung der Station Bodman-Schachen/Löchle ist nicht bekannt; sie dürfte jedoch zwischen 1854 und 1866 entdeckt worden sein. A. Ley schreibt 1866, dass er die ersten Funde am Schachenhorn schon einige Jahre zuvor getätigt hat. Die reichen Pfahlbaufunde am Ende des Überlinger Sees veranlassten den Karlsruher Altertumsverein um die vorletzte Jahrhundertwende, in Bodman wissenschaftliche Ausgrabungen durch K. Schumacher durchzuführen zu lassen. Diesen Unternehmungen verdankt die Pfahlbauforschung am Bodensee die ersten - wenn auch nur schematisch - zeichnerisch aufgenommenen Profile. In den Jahren 1982-1984, 1986 und 1996 erfolgten systematische taucharchäologische Untersuchungen durch das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg.

Die Station liegt in der Flachwasserzone im Bereich des Schachenhorns (obere Bildhälfte), einem verlandeten Mündungsdelta der Stockacher Aach.
Die Station liegt in der Flachwasserzone im Bereich des Schachenhorns (obere Bildhälfte), einem verlandeten Mündungsdelta der Stockacher Aach.

Die Fundstelle liegt in einer außergewöhnlichen topographischen Situation in einem Verlandungsdelta der Stockacher Aach. Die gut erhaltene dreiphasige Stratigraphie der Frühbronzezeit enthält Funde der „Singener Gruppe“ und der „Arbon-Kultur“. Sie ist sowohl in Süddeutschland wie auch in der Ostschweiz einzigartig und von großer wissenschaftlicher Bedeutung für die Chronologie der Bronzezeit. Besondere Architekturelemente belegen Kontakte zu den frühbronzezeitlichen Pfahlbauten in Norditalien. Bemerkenswert sind ferner ein ausgedehntes schnurkeramisches Pfahlfeld und eine noch wenig erforschte Siedlung des frühen Jungneolithikums.

Schutz der Welterbestätte

Der erosionsgefährdete Bereich der Fundstelle ist durch eine Abdeckung mit Geotextil und Kies geschützt. Die Siedlungen liegen im FFH-Gebiet, in Gewässerschutzzone 1 und teilweise im Naturschutzgebiet. Durch das Landesamt für Denkmalpflege erfolgt ein Monitoring.

Zeitstellung Neolithikum, Bronzezeit
Daten Dendrodaten: 2666 v. Chr., W 1646 v. Chr., 1644 v. Chr., 1642-1640 v. Chr., 1618 v. Chr., 1614 v. Chr., 1611-1610 v. Chr., 1604 v. Chr., 1593-1591 v. Chr., 1505-1503 v. Chr.
14C-Daten: zwischen 1944 und 1718 BC cal.
Fläche Kernzone 5,30 ha
mit Pufferzone: 14,10 ha
Amphore flächig mit Fingertupfen verziert.
Flächig mit verzierten Fingertupfen verzierte Amphore, eine Gefäßform der frühen Mittelbronzezeit.
Amphore flächig mit Fingertupfen verziert.
Gewandnadel aus Bronze: unter der abgeplatten Patina wird die feine Ritzzier auf dem Nadelkopf sichtbar (~ 1618-1591 v. Chr.).
Amphore flächig mit Fingertupfen verziert.
Doppelkonischer Krug mit horizontaler Musterzone (Arbon-Kultur der frühen Bronzezeit).
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